Florian Kehrmann im Kurzinterview zu seinem Karriereende

Florian Kehrmann wird seine aktive Karriere nach der Saison mit einem Abschiedsspiel beenden. Für ein Kurzinterview stand uns jetzt der Rechtsaußen des TBV Lemgo zur Verfügung.

Irgendwann ist es an der Zeit seine Karriere zu beenden und Florian Kehrmann hat diese Saison für sein Ende gewählt. Am 25. Mai wird das Abschiedsspiel nach dem letzten Spieltag in der DKB Handball-Bundesliga stattfinden. Der Kartenvorverkauf ist bereits gestartet und der Andrang groß.

Daniel: Herr Kehrmann, wie kürzlich bekannt wurde, werden Sie Ihre aktive Karriere als Spieler nach dieser Saison beenden. Ein Blick auf die bisherige Laufbahn lässt nur den TBV Lemgo aufblitzen in dem Sie bisher als Profi aktiv waren. Warum haben Sie genau diese Saison als Abschied gewählt und wie schwer ist es Ihnen gefallen, diesen Schritt zu gehen?

Florian Kehrmann: Schwer ist mir dieser Schritt nicht gefallen, da ich mich ja sehr lange darauf vorbereiten konnte, und ich froh bin, dass ich diesen Zeitpunkt selber bestimmen konnte. Aber wenn es soweit ist, wird es trotzdem einige Tränen geben.

Daniel: Mir persönlich fällt jetzt nur Volker Zerbe ein, der 20 Jahre dem Verein aktiv zur Verfügung stand. Sie machen mit Abschluss dieser Saison die 15. Teilnahme an der Handball-Bundesliga komplett. Warum haben Sie sich in der Zwischenzeit nicht für einen anderen Verein entschieden? Stand diese Debatte überhaupt im Raum?

Florian Kehrmann: Natürlich gab es in der langen Zeit auch die Überlegung mal bei einem anderen Verein zu spielen, aber letztendlich hat es nie so ganz gepasst. Und ich hatte hier in Lemgo immer eine Rolle, in der ich mich sehr wohl gefühlt habe.

florian-kehrmann-tbv-lemgo-01-min
Florian Kehrmann – Quelle: TBV Lemgo

Daniel: Seit letztem Jahr sind Sie zudem Trainer der zweiten Mannschaft “Lemgo Youngsters” in der 3. Liga Nord. Sehen Sie in dieser Position auch Ihre persönliche Zukunft oder wird dieser Punkt noch sehr offen gestaltet? Gezielt beziehe ich mich hiermit auf ein Interview im Spiegel aus 2012, in dem Sie bereits mit der A-Jugend begonnen haben und dort noch nicht wirklich sicher waren Trainer zu werden.

Florian Kehrmann: Sicher ist man sich nie und der Profisport ist ein schnelllebiges Geschäft. Aber für mich ist es wichtig gewesen, sich nicht früh auf eine Sache festzulegen, sondern vielleicht vorher einfach mal in andere Dinge reinzuschnuppern. Jetzt ist es aber erstmal so, dass ich versuche, im Trainergeschäft meine Azubi-Stelle gut zu erledigen und vor allem viel Spass dabei zu haben, die Erfahrungen an junge Spieler weitergeben zu können.

Daniel: Am 25. Mai findet dann Ihr Abschiedsspiel in der Lipperlandhalle in Lemgo statt. Weitere Informationen konnten bisher noch nicht durchsickern. Nur, dass dieses Spiel als Dank an die Fans, Mannschaftskollegen und langjährige Weggefährten gerichtet ist. Ob Sie uns vielleicht einen Tipp / Highlight verraten würden, den die Fans zu erwarten haben?

Florian Kehrmann: Das Spiel soll für meine Freunde und mich ein schöner Abschluss meiner aktiven Laufbahn werden – mehr zu gegebener Zeit!

florian-kehrmann-tbv-lemgo-02-min
Florian Kehrmann – Quelle: TBV Lemgo

Daniel: Sie haben in Ihrer Karriere so ziemlich jeden Titel gewinnen können, den es zu gewinnen gab. Insgesamt sind Sie zudem dreimal zum Handballer des Jahres in Deutschland geworden. Hätten Sie gerne noch weitere Titel gewonnen (Olympische Spiele, Wahl zum Welthandballer), oder sind Sie mehr als nur zufrieden mit der Ausbeutet während der Karriere?

Florian Kehrmann: Jeder will immer mehr Titel gewinnen, sonst wäre er kein Leistungssportler. Für mich war es jedoch am schönsten, dass ich zu jedem Titel meinen Teil beitragen konnte. Ich hätte keinen Spaß gehabt, beim besten Verein der Welt zu spielen, dann aber von der Bank aus Titel zu gewinnen.

Daniel: Gibt es Entscheidungen während Ihrer Laufbahn, die Sie im Nachhinein “bereuen” und sich ärgern, nicht anders entschieden zu haben?

Florian Kehrmann: Ich bereue nie etwas, da man ja nie weiß, wie es sonst gelaufen wäre. Also warum an die Vergangenheit denken, wenn man die Zukunft leben kann.

Daniel: Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben. Auf diesem Wege wünschen wir Ihnen alles Gute.

Neben ihm gab auch Oliver Roggisch sein Karriereende bekannt und wird diese ebenfalls am Ende der Saison beenden. Schade ist es, dass am gleichen Tag auch sein Abschiedsspiel stattfinden wird.

Fotos: TBV Lemgo